Herzlich willkommen auf europäischewildkatze.de

Auf dieser Website erfahren Sie Wissenswertes über die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris). Mit diesem Angebot möchten wir Ihnen einen Einblick in die faszinierende Welt der vor unserer Haustüre lebenden, wilden Katzenart geben.

Darüber hinaus informiert die Onlinepräsenz über Vorgehensweisen für den Fall, dass Sie eine verwaiste Wildkatze gefunden haben.


Das Bild der Wildkatze im Wandel der Zeit

Die Geschichte von Arten und ihrem Überleben ist stark mit der Landschaft, den Bewirtschaftungsformen (Land- und Forstwirtschaft in neuerer Zeit) und der Jagd – vor allem in früheren Jahrhunderten – verknüpft. Zum Teil gravierende Veränderungen in den letzten Jahrhunderten übten starken Einfluss auch auf die Wildkatzen aus. Nur in wenigen Rückzugsräumen haben sie letztendlich überlebt. Verlust und Zerstückelung der Wildkatzenlebensräume führten zusammen mit der gebietsweisen Ausrottung der Art zu dem heutigen „inselartigen“ Verbreitungsmuster. Innerhalb Deutschlands stellt die Eifel die größte dieser Inseln dar.

Kurz vor ihrer völligen Ausrottung wurde die Wildkatze 1934 durch das Reichsjagdgesetz in Deutschland vollständig unter Schutz gestellt, und auch das Verbot von Tellereisen wirkte sich positiv aus. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Sie unterliegt immer noch dem Jagdrecht, wenn auch mit ganzjähriger Schonzeit. Während des Krieges und der Nachkriegszeit konnte sich die Wildkatzenpopulation erholen, bis mit dem ordnungsgemäßen Jagdbetrieb erneut starker Druck auf die Beutegreifer (speziell jene mit verwertbarem Pelzwerk) entstand. Davon war die Wildkatze nicht ausgenommen, weil die damals (wie heute) verwendeten (Totschlag-)Fallen nicht selektiv fangen. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten versuchte man auch mit Gift gegen ungeliebte Tierarten vorzugehen.

Nachdem in den ersten Jahren eine positive Tendenz in der Ausbreitung zu erkennen war, stagnierte die Zahl der Katzen dann mit der zunehmenden Inanspruchnahme intakter Wälder durch den Menschen. Die Zerstörung weiterer Lebensräume der Wildkatze durch Bebauung und Landschaftszerschneidungen (Siedlungsgürtel, Straßenbau) führte dazu, dass heute große Teile des ehemaligen Verbreitungsgebietes nicht mehr nutzbar oder durch Barrieren getrennt sind und somit durch Zuwanderung auf „natürlichem Weg“ nicht wieder besiedelt werden können.

Neben Veränderungen in der Landnutzung und Landschaftsstruktur nahm die Jagd entscheidenden Einfluss auf das Vorkommen von Wildkatzen auch im Eifelraum. Beutegreifer, zu denen die Wildkatze gehört, wurden als „Nahrungskonkurrenten“ angesehen. Aus diesem Grund schürte man noch in den letzten Jahrhunderten den unberechtigten Hass gegen diese Arten. Je stärker die Landschaft verarmte, desto schärfer wurden die „Sanktionen“ von jagdlicher Seite gefordert und durchgesetzt – zunächst gegen die großen Beutegreifer (Bär, Wolf, Luchs), dann auch gegen die kleineren Arten.